Systemische Therapie und Beratung


Die systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, welches neben dem Patienten selbst auch dessen soziales Umfeld betrachtet. Das Konzept der systemischen Familientherapie, welche den Fokus auf der Betrachtung der Eltern-Kind-Dyade hatte, entstand bereits in den 50er Jahren und wurde stetig weiter ausgebaut.

Die systemische Therapie orientiert sich derzeit an den drei Säulen Selbstorganisation, Autopoiesis und dem narrativen Ansatz. Sie bedient sich einer Vielzahl an therapeutischen Hilfsmitteln, wie beispielsweise dem Reflecting Team oder der Aufstellungsarbeit. Zudem wird eine bestimmte, zielführende Fragestellung genutzt, um den Patienten oder Klienten bei der selbstständigen Konfliktbewältigung zu unterstützen. Durch gezielte Fragen hilft sie Klienten dabei, eine andere Perspektive auf sein Anliegen einnehmen und somit neue Lösungswege finden zu können.

Da wir Menschen soziale Wesen sind und in der Regel niemand alleine abgeschieden für sich lebt, so sind auch die Konflikte nicht isoliert für den Einzelnen zu betrachten, sondern im Kontext, in welchem sie entstehen. Das systemische Denken betrachtet daher alle Akteure und Handlungen im Rahmen eines komplexen Systems unter Berücksichtigung der Abhängigkeiten.

Unsere Glaubenssätze, unser Verhalten, Denken und Empfinden wurde in der Regel enorm durch unser Elternhaus geprägt. Daher ist bei der Konfliktbetrachtung eines Kindes (aber auch eines Erwachsenen) immer mit die Betrachtung des Elternhauses von Bedeutung.


Anwendungsbereiche und Anerkennung


Heute findet die systemische Beratung auch im beruflichen Kontext Anwendung. So reicht es bei einem nicht funktionierenden oder konfliktträchtigen Team nicht aus, den „Schuldigen“ zu finden. Vielmehr macht es Sinn, das ganze Team zu betrachten und zu „gesunden“ und damit eine langfristige, zufriedenstellende Lösung zu erhalten.

Seit 2008 ist die systemische Therapie als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren in Deutschland anerkannt. Bisher konnte die Wirksamkeit bei affektiven Störungen (z.B. Depressionen), Essstörungen, Anhängigkeitsstörungen nachgewiesen werden, um nur einige zu nennen. Die systemische Therapie zeigt sich in vielfältigen Konfliktsituationen und psychischen Störungsbildern als probates Mittel.

Die systemische Therapie ist geeignet für verschiedenste Problembereiche, sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen. In meiner Praxis biete ich Sitzungen an für

  • Einzelpersonen
  • Paare
  • Eltern
  • Familien
  • Teams

Kostenübernahme und Dauer


Auch wenn die systemische Therapie wissenschaftlich anerkannt ist, werden die Kosten dieser Therapieform von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit i.d.R. leider nicht übernommen.

In meiner Praxis werden daher die Leistungen privat abgerechnet. Falls Sie eine private Kranken-Zusatzversicherung haben sollten, klären Sie bitte vorab eine Kostenübernahme.

Die Dauer einer systemischen Beratung oder Therapie kann im Vorfeld nicht genau bestimmt werden und hängt individuell von den Anliegen und den Klienten ab. Manchmal reicht ein einzelnes Gespräch bereits aus, in anderen Fällen können mehrere Monate oder gar Jahre vergehen, ähnlich wie bei jedem Richtlinienverfahren.